Sep 042013
 

In vielen Fernwärmeprojekten wird am Anfang mit verschiedenen Excel-Listen, Outlook-Kontakten und viel Papier gearbeitet. An eine systematische Datenerfassung wird aber oft erst bei der ersten (Jahres-)Abrechnung gedacht.

Dabei macht es durchaus Sinn von Anfang an an einer einheitlichen Datenbasis zu arbeiten. Dabei werden von Stufe zu Stufe die Daten verfeinert, der Datenbestand schärfer:

  • Zu Beginn wird eine Datenbank aus allen Gebäuden des in Frage kommenden Gebiets erstellt. Dies geschieht idealerweise anhand von georeferenzierten Adressen der Vermessungsverwaltung, da dann die Schnittstelle für einen Informationsaustausch mit dem GIS leicht möglich ist. Alle Gebäude sind deshalb wichtig, weil es nicht wesentlich mehr Aufwand darstellt, aber Möglichkeiten für eine Auswertung (z.B. Anschlussdichte) für schnelle Betrachtung von Varianten (doch Stadtgebiet XY versorgen) usw. ermöglicht.
  • Weitere Daten wie z.B. Wärmekataster aus Vorstudien, Verbrauchsdaten der Stadtwerke können von Anfang an mit den Daten verschnitten werden und liefern so wertvolle Informationen für die Konzepterstellung. Bereits in dieser frühen Phase kann mit Daten auf Gebäudeebene gearbeitet werden.
  • Vorverträge mit Großabnehmern, kommunale Liegenschaften, die auf jeden Fall versorgt werden sollen usw. werden sofort in der Datenbank hinterlegt und beeinflussen die Wirtschaftlichkeit und die weitere Planung.
  • Starten dann die Vertriebsaktivitäten greifen alle Beteiligten (Vertrieb extern oder intern, Geschäftsführung, Netzplanung, Sekretariat) auf die gleichen Daten zu, sehen wo schon was passiert ist und können Workflows organisieren.
  • Sollen Verträge für Wärmekunden erstellt werden, geht das schnell von der Hand, da alle relevanten Daten schon längst in der Datenbank erfasst sind. Die Beteiligten sehen sofort wo Verträge abgeschlossen sind, was ja durchaus für die Netzplanung und für die Geschäftsführung interessant ist.
  • Workflows zum Bau des Anschlusses, Abnahmeprotokolle usw. können auch mit Daten der Datenbank erstellt werden bzw. fügen dieser weitere Detailinformationen hinzu.
  • Nach der Inbetriebnahme des Anschlusses geht es erstmalig an die Abrechnung, die Hausanschlusskosten und Netzbeiträge werden abgerechnet. Da alle dafür notwendigen Informationen bereits erfasst sind ist dies nur noch ein kleiner Schritt. Jede Verzögerung bedeutet Verlust von Liquidität, die Dank der schnellen Abrechnung erhalten bleibt.
  • Im laufenden Betrieb können auf die Daten für Wartungsarbeiten, Netzoptimierungen usw. zurückgegriffen werden, all diese Daten fließen auch wieder in die Datenbank zurück.
  • Zu guter Letzt werden natürlich auch noch jährlich Abrechnungen erstellt.

Je früher man beginnt an einer einheitlichen Datenbasis beginnt desto geringer ist der Aufwand bestehende Daten zu importieren. Der Aufwand alles zu importieren, was zur Verfügung steht lohnt trotzdem allemal.