Aug 012011
 

Die Neufassung der AVBFernwärmeV vom 04.11.2010 sieht in §24 folgendes vor:

“ (1)   Der Energieverbrauch ist nach Wahl des Fernwärmeversorgungsunternehmens monatlich oder in anderen Zeitabschnitten, die jedoch zwölf Monate nicht wesentlich überschreiten dürfen, abzurechnen. Sofern der Kunde dies wünscht, ist das Fernwärmeversorgungsunternehmen verpflichtet, eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Abrechnung zu vereinbaren.

(2)  Fernwärmeversorgungsunternehmen sind verpflichtet, in ihren Rechnungen für Lieferungen an Kunden die geltenden Preise, den ermittelten Verbrauch im Abrechnungszeitraum und den Verbrauch im vergleichbaren Abrechnungszeitraum des Vorjahres anzugeben. Sofern das Fernwärmeversorgungsunternehmen aus Gründen, die es nicht zu vertreten hat, den Verbrauch nicht ermitteln kann, ist der geschätzte Verbrauch anzugeben.

…“

Diese Änderung bedingt für die Versorger, den Kunden eine Wahlmöglichkeit für andere Abrechnungsperioden einzuräumen und die Anforderung an die Abrechnungen Vergleichswerte des Vorjahres einzublenden.

Dies wirft aber einige Fragen auf:

Wenn ein Kunde beispielsweise von jährlicher Abrechnung auf vierteljährliche Abrechnung wechselt, muss man dann den Verbrauch des vergleichbaren Vierteljahres des Vorjahres einblenden? Man hat für diesen Vorjahreszeitraum ja eventuell gar keine Zählerstände vorliegen. Muss man diese Zälerstände schätzen? Nach welchem Verfahren?

Oder muss der Kunde i.d.R. nach dem Wechsel des Abrechnungsmodus ein Jahr warten bis er wieder Vergleichswerte in der Rechnung ausgegeben bekommt?

§25 der AVBFernwämrmeV regelt die Berechnung der Abschlagszahlungen:

„(1) Wird der Verbrauch für mehrere Monate abgerechnet, so kann das Fernwärmeversorgungsunternehmen für die nach der letzten Abrechnung verbrauchte Fernwärme sowie die für deren Bereitstellung und Messung Abschlagszahlung verlangen. Die Abschlagszahlung auf das verbrauchsabhängige Entgelt ist entsprechend dem Verbrauch im zuletzt abgerechneten Zeitraum anteilig zu berechnen. …“

Diese Regelung führt z.B. in Zusammenhang mit der quartalsweisen Abrechnung nach §24 zu folgender Situation:

In Q1 hoher Verbrauch –> hoher Abschlag für Q2

In Q2 niedriger Verbrauch –> Gutschrift der zuviel gezahlten Abschläge –> niedriger Abschlag für Q3

In Q3 ca. gleiche Werte wie Q2 –> Rechnung ok –> Abschlag bleibt niedrig für Q4

In Q4 hoher Verbrauch –> Nachforderung für zu geringe Abschläge –> hoher Abschlag für Q1

In Q1 ca. gleiche Werte wie Q4 –> Rechnung ok –> Abschlag bleibt hoch für Q2

Der Kunde erhält also immer im Sommer eine Gutschrift und muss immer im Winter Nachzahlungen leisten. Ist dies im Sinne des Kunden und des Fernwärmeversorgers?